Kickboxen

Das Kickboxen stammt aus den USA. Es vereinigt Elemente des Karates, des Teakwondos und des Boxens, denn Fußtechniken (Kicks) und Fausttechniken (Boxen) werden wirkungsvoll miteinander kombiniert.

Mit der Rückkehr amerikanischer Soldaten aus dem Vietnamkrieg wurde in den siebziger Jahren der thailändische Nationalsport Thaiboxen in den USA eingeführt und den amerikanischen Bedürfnissen entsprechend verändert. Thaiboxen gilt als eine sehr ursprüngliche Form des Kung Fus, des chinesischen Boxens. Das Kickboxen ist vereinfacht gesagt nichts anderes als Thaiboxen ohne den Gebrauch von Ellebogen- und Knietechniken. Ein weiterer Unterschied ist das Tragen von Protektoren. Beim Kickboxen sind Boxhandschuhe (Handsafties) und Fußpolster (Fußsafeties) vorgeschrieben. Außerdem sind sowohl Zahn- und Tiefschutz als auch je nach Verband und Turnier Schienenbeinschoner, Kopfschutz und Brustschutz - nur bei Frauen und Mädchen - verpflichtend.

Zwei der weltweit größten Verbände sind die auch in Deutschland vertretene WAKO (World Association of Kickboxing Organisations: www.wako-deutschland.de) und die WKA (World Kickbox Association: www.kickboxing.de), der auch unsere Kampfkunstschule nahe steht.

Beim Kickboxen unterscheidet man drei Disziplinen. Das Vollkontakt-, das Leichtkontakt- und das Semikontakt-Kickboxen. Beim Vollkontakt werden die Techniken mit voller Kraft ausgeführt. In einem Boxring werden bei den Amateuren drei Runden zu je zwei Minuten gekämpft. Bei den Profis dauert ein Kampf bis zu zehn Runden. Der Sieger wird entweder durch die Punktewertung oder durch Knock out (k.o.) ermittelt.

Beim Leichtkontakt werden zwei Runden zu je zwei Minuten ohne Unterbrechung durchgekämpft. Ziel ist es, in dieser Zeit so viele Punktetreffer zu erzielen wie möglich. Drei Punktrichter bewerten den Kampf anschließend, wobei ein k.o. - anders als beim Vollkontakt - nicht erwünscht ist.

Beim Semikontakt-Kickboxen, auf das unsere Kampfkunstschule einen Schwerpunkt setzt, wird der Kampf, der je nach Verband zwei mal zwei Minuten (WAKO) oder einmal zwei Minuten (WKA) dauert, nach jedem Treffer unterbrochen. Zeigen mindestens zwei der drei Punktrichter einen Treffer an, bekommt der entsprechende Kämpfer einen oder mehr Punkte - je nach Trefferfläche - angerechnet.

Treffer auf die Brust und zum Kopf mit der Faust ausgeführt bringen jeweils einen Punkt. Treffer mit dem Fuß zur Brust ebenfalls. Treffer mit dem Fuß zum Kopf bringen zwei Punkte ein und gesprungene Techniken zum Kopf sogar drei.

Beim Semikontakt kommt es nun aber nicht auf die Stärke an, mit der die Techniken ausgeführt werden. Im Gegenteil: trifft ein Kämpfer wiederholt zu hart seinen Gegner, so kann er disqualifiziert werden. Verletzungen sollen also auf jeden Fall vermieden werden. Nicht die Stärke der Kämpferinnen und Kämpfer entscheidet den Kampf, sondern deren Reaktionsgeschwindigkeit und Taktik.

Last but not least sei noch das Fitness-Kickboxen erwähnt, was als Tai-Bo oder ähnlich genannt die kämpferische Dimension außer acht lässt und allein die Fitness betont. Der Vorteil liegt darin, dass in relativ kurzer Zeit bei richtiger Anleitung Muskelmasse aufgebaut und Fett abgebaut wird. Außerdem vermittelt das Fitness-Kickboxen ein körperliches Wohlgefühl ohne besondere Vorkenntnisse. Probleme entstehen allerdings dann, wenn die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Kick- und Boxbewegungen so kräftig ausführen, dass die Gelenke unsachgemäß überbeansprucht werden, so dass diese Fitness-Sportart nur bei sachkundiger Begleitung Erfolg verspricht.

Wer noch mehr wissen will, kann zum Beispiel bei www.kickboxen24.de nachlesen.

Sihing Detlef Hammel