1. Thomas Bach: Kampfkunst und Persönlichkeitsentwicklung. Möglichkeiten und Grenzen erzieherischen Handelns beim Si-Chuan-Pai Kung-Fu

2. Enes Gülderen: Vergleich der Lern- und Lehrmethoden der Philosophie in ostasiatischen und westeuropäischen Kulturkreisen mit Hinsicht auf die Konsequenzen für das jeweilige Denken und Handelni


1. Thomas Bach

Kampfkunst und Persönlichkeitsentwicklung. Möglichkeiten und Grenzen erzieherischen Handelns beim Si-Chuan-Pai Kung-Fu
Teilempirische Facharbeit im Fach Erziehungswissenschaften von
REINHARD-UND-MAX-MANNESMANN-GYMNASIUM
Jahrgangsstufe12
Kursleiterin: Frau Pesch

Inhalt                                                                                              Seite
1. Einleitung                                                                                       3
2. Holistisches Denken kontra westliches
wissenschaftlich-technisches Denken                                                      4
3. Einleitung zur Umfrage                                                                      8
Fragebogen                                                                                        9
3.1 Statistik zur Umfrage                                                                     10
3.2 Auswertung der Umfrage                                                               11
3.3 Fazit                                                                                            13
4. Literaturverzeichnis                                                                         15
5. Selbstständigkeitserklärung                                                               16

1. Einleitung

Ich habe das Thema Kampfkunst und Persönlichkeitsentwicklung gewählt, da ich selbst 13 Jahre Kampfkunsterfahrung habe und mich das Thema somit sehr interessiert. Ich hoffe zu erfahren ob Kung- Fu zur Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes/Jugendlichen beiträgt .

Im folgenden Text werden Unterschiede in der asiatischen und der europäischen Denkweise erklärt und verschiedene pädagogische Werte beschrieben, damit verstanden wird, wie in der Kampfkunst im Vergleich zur europäischen Schule unterrichtet wird.

An hand einer Umfrage unter Kampfkunstschülern soll geklärt werden, ob diese Art von Erziehung in Europa sinnvoll ist und ob die in der Kampfkunst vermittelten Werte im europäischen Alltag angewandt werden können. Der Schwerpunkt in der Umfrage liegt auf dem aggressiven Verhalten. Ich versuche zu beweisen, dass fortgeschrittene Schüler weniger aggressiv handeln, als Anfänger.

Das Nutzen der Kampfkunst versuche ich an hand der Analyse einer eigens erstellten umfrage zu Klären.

2. Holistisches Denken kontra westliches, wissenschaftlich-technisches Denken.

Für diesem Teil der Facharbeit habe ich meinen Kung- Fu Lehrer Sifu Joseph Samonte interviewt. Der Trainer im Shi Chuan Pai Kung-Fu wird „Sifu“ genannt und bedeutet Lehrvater. Ich habe meinen Sifu als Quelle dieses Abschnittes gewählt, da er philippinischer Abstammung ist und von seinen Eltern dementsprechend auch nach ostasiatischen Werten erzogen worden ist. Des weiteren ist er als hauptberuflicher Kampfkunstlehrer und nach über 20 Jahren Kampfkunst mit den Werten dieser Kunst eng verbunden. Die Informationen dieses Kapitels beziehen sich auf das von mir geführte Interview.

Beim holistischen Denken wird der Mensch mit seinen Eigenschaften, Schwächen und Stärken als Ganzes (holos griech: ganz, total) gesehen und nicht in einzelne Aspekte (z. B. Seele/Leib; Psyche/Körper) zerlegt. Das Motto des holistischen Denkens lautet: „Nimm den Menschen in seiner Um- und Mitwelt als Ganzes wahr“. Beim technisch-wissenschaftlichem Denken steht das Zerlegen in Einzelaspekte im Vordergrund. (Ich verstehe das Ganze, indem ich seine Bestandteile begreife)

Zuerst hat Joseph Samonte den Begriff „holistisches Denken“ anhand einiger Beispiele geklärt.

Beim japanischen Bogenschiessen, dem Kydo, liegt das Hauptaugenmerk auf den Ablauf. Das heißt, dass die perfekt ausgeführte Schussbewegung das Ziel ist und nicht das Treffen ins Schwarze. Wird die Bewegung ruhig und richtig ausgeführt und dadurch dann das Ziel getroffen, so sind Körper und Seele des Schützen „eins“. Im Kydo ist der Weg das Ziel.

Beim europäischen Bogenschiessen hingegen ist es das Ziel des Schützen, so viele Punkte wie möglich zu erzielen, damit ein Sieg errungen werden kann.

Als ein letztes Beispiel bevor Joseph Samonte zur Kampfkunst kam, hat er den Erste-Hilfe-Kurs gewählt, den Jugendliche absolvieren müssen, um die Berechtigung zu erhalten, einen Führerschein machen zu dürfen. In Deutschland sitzen viele Jugendlichen einfach ihre Zeit ab und warten auf das Ende des Kurses, um die Berechtigung für den Führerschein zu erhalten. Problematisch wird es aber in einer echten Notsituation, in der es notwendig wäre einem guten Freund erste Hilfe zu leisten. Jetzt wäre es wichtig gewesen, das Lernen der erste Hilfe Techniken als Ziel angesehen zu haben, um dem Freund das Leben zu retten.

In der Kampfkunst wird selbstverständlich auch versucht, immer effektiver zu werden. Dies ist jedoch nicht das Ziel und auch nicht das Gewinnen von möglichst vielen Wettkämpfen. Das Ziel ist es viel mehr die Kampfkunst zu verstehen und ins alltägliche Leben einzubeziehen. So wird zum Beispiel Selbstverteidigung zum Reflex. Dies bedeutet, dass in einer Stresssituation nicht erst nachgedacht werden muss, sondern eine Bewegung quasi automatisch abläuft. Dies zeigt zum Beispiel eine Übung, um sich aus einen „Schwitzkasten“ zu befreien. Hierbei wird man von seinem Gegner mit dem Arm gewürgt. Beim Üben in der Kampfkunstschule merkt man beim Misslingen der Übung, dass einem die Luft weg bleibt. Wenn man hier jetzt nicht aufpasst und ganz präzise lernt, nimmt man Schaden. Erst wenn diese Übung viele Male ausgeführt wird, wird der Bewegungsablauf verinnerlicht und sie geht in das Handlungsrepertoire über. Dadurch entsteht eine ganz neue und intensivere Einstellung zum Lernen.

In ostasiatischen Ländern spielt Respekt/Disziplin eine große Rolle. So ist in den dortigen Schulen der Respekt gegenüber den Lehrern viel größer als in Europa. Dadurch genießt der Lehrer ein hohes Ansehen in der Gesellschaft. Dies hat seine Wurzeln auch in der Kampfkunst, denn ein Meister wird auf Grund seines Wissens von den Schülern stark respektiert. Respekt beruht auf Gegenseitigkeit, so verneigt sich der Meister in der Kampfkunst genau so vor seinen Schülern, wie diese vor ihm, jedoch müssen die Schüler mehr Respekt erweisen und sich tiefer verneigen. Auch heute noch basiert Respekt auf der Zuneigung, die die Lehrenden den Schülern entgegenbringen. Respekt ist in Ostasien das Fundament für jede Form der Bildung. „Bildung ist nicht nur eine Ansammlung von Wissen eines bestimmten Bereiches, sondern auch Allgemeingut über Kunst und Kultur,“ .

Zur Wissensvermittlung nutzen Lehrer in Ostasien eine erhebliche Strenge. Dies ist jedoch keineswegs negativ zu interpretieren, denn der Lehrer nutzt die Strenge aus Sorge um die Schüler. Auch dies findet seine Wurzeln in der Kampfkunst, denn nur durch Disziplin kann Lernen vermittelt werden, in der Kampfkunst zum Beispiel ist es wichtig genau auf seine Deckung zu achten, da es früher oft um Leben und Tod ging. Haben früher Räuber versucht eine Ernte zu stehlen, musste der Kampfkunstschüler in der Lage sein diese zu verteidigen, ohne dabei sein Leben zu lassen. Bei laschem Unterricht würde der Ernst des Lernens nicht klar werden.

Die Orte in denen heute in Europa auf diese Weise gelehrt wird, sind Kampfkunstschulen und im polizeilich- militärischen Bereich. Die Strenge ist wichtig um Hilfe für den Schützenden und den zu Schützenden zu gewährleisten.

Unterschiede zwischen holistischem Denken und wirtschaftlich- technischem Denken werde ich am Beispiel des schulischen Werdegangs in Deutschland von Sifu Joseph Samonte erläutern. Die Erziehung war sehr Autoritär.

„In der Schule durfte ich mehr als meine Eltern gedacht hätten“ . Seine Eltern kennen nur das ostasiatische Schulsystem und dessen Unterrichtsmethoden. Sie gingen also davon aus, dass Joseph Samonte in der Schule immer stillstehen und gerade sitzen musste. In Wirklichkeit jedoch war es in der Schule hier in Deutschland viel lockerer, so dass er in der Schule Kaugummi gekaut hat, was für seine Eltern nicht in Frage gekommen wäre. Haben die Lehrer mit den Eltern von Herrn Samonte gesprochen und über etwas Negatives, wie einen Streich, in der Schule berichtet, so wurde Herr Samonte sofort hart bestraft, denn wenn ein Lehrer etwas berichtet hat, standen die Eltern von Herrn Samonte grundsätzlich auf der Seite des Lehrers, ohne dass dieser sich rechtfertigen musste. Denn wie bereits erwähnt ist der Lehrer in Ostasien „Gott“.

Einem Lehrer wird zugehört und nicht widersprochen. In Europa wird sofort alles hinterfragt. In Ostasien, wie auch in der Kampfkunst wird dem Lehrer nicht widersprochen. Der Lehrer hat demnach die Möglichkeit seine didaktische und fachlichen Vorstellungen umzusetzen, weil er nicht unterbrochen wird. Fragen werden nur gestellt, wenn etwas in der Anwendung nicht funktioniert. In Europa jedoch wird es geschätzt, wenn der Unterricht durch Verständnisfragen oder kritischen Anmerkungen unterbrochen wird. In Ostasien wird dies nicht getan, da die Schüler dem Lehrer vertrauen, da sie, wie auch in der Kampfkunst, das Gelernte auf sich wirken lassen und erst beim Misslingen der Ausführung nachfragen.

Auch an der Art der Erkenntnisgewinnung der Asiaten lässt sich der Unterschied zwischen dem holistischen Denken und dem wirtschaftlich-technisches Denken veranschaulichen. Um Erkenntnis über eine Rose zu gewinnen wird diese in Europa analysiert, also zerteilt, damit der Aufbau erkannt werden kann. Hier besteht der Nachteil, dass die Rose tot ist. In Ostasien ist die Rose: „eine Rose, ist eine Rose, ist eine Rose,...“. Die Rose wird betrachtet, um sie in ihrer Ganzheit verstehen zu können. Sie wird also, wie der Lehrer, nicht unterbrochen, um sie zu verstehen. Der größte Unterschied besteht darin, dass die Rose überlebt.

Die aus dem Interview erhaltenen Informationen über holistischem denken und wissenschaftlich- technischem Denken stimmen mit den Aussagen des Buches „Zen- Buddhismus und Psychoanalyse“ von Erich Fromm überein. In dem Buch wird auf ähnliche Weise zwischen östlichem und westlichem Denken unterschieden.

3 Einleitung zur Umfrage

Das Ausüben von asiatischen Kampfkünsten, am Beispiel des Shi Chuan Pai Kung- Fus hat einen positiven, aggressionsmindernden Einfluss auf die Charakterbildung von Jugendlichen. Mit der Interpretation der folgenden Umfrage versuche ich zu beweisen, dass Shi Chuan Pai Kung- Fu das Selbstbewusstsein, somit auch das Selbstwertgefühl steigert und die Jugendlichen lehrt Autoritäten zu respektieren. Das Selbstbewusstsein wird unter anderem durch das Erlernen von gefährlichen Techniken und somit dem positiven Gedanken, sich in Notsituationen verteidigen zu können, gefördert. Des weiteren erhoffe ich mir von der Umfrage, dass es erkennbar sein wird, dass fortgeschrittene Schüler weniger die „aggressiven“ Antworten ankreuzen als die Anfänger.

Mit aggressiven Antworten ist gemeint, dass in den Items der Umfrage eine Stresssituation geschildert ist, zu der es eine positive, in der Statistik grün markierte und eine meist aggressive, in der Statistik rot markierte Antwortmöglichkeit gibt.

Respekt vor Autoritätspersonen wird vermittelt, da die Anweisungen des Sifus ohne Widerrede ausgeführt werden müssen. Bei Fehlverhalten, wie unterrichtsstörendes Verhalten durch Respektlosigkeit, wird mit Liegestützen bestraft. Hier besteht allerdings die Problematik, dass gelernt wird Autoritätspersonen, wie im Dritten Reich, immer zu gehorchen ohne selbst zu denken und somit an Selbstständigkeit zu verlieren.

Zu der Umfrage ist jedoch zu sagen, dass diese nicht signifikant ist, da nicht genügend Kampfkünstler befragt werden konnten. Demnach ist es nicht sicher, ob Tendenzen erkennbar sein werden.

Für die Umfrage wurden nur Kampfsportler befragt und keine Personen ohne Kampfsporterfahrungen, da dies sonst den Rahmen einer Schülerfacharbeit sprengen würde.

Für die Umfrage wurden 31 Kampfkunstschüler befragt, davon sind 12 weiblich und 19 männlich. In der folgenden Statistik habe ich diese 2 Gruppen in insgesamt 4 Einzelgruppen

weiter geteilt. (In weiblich Anfänger, männlich Anfänger und weiblich Fortgeschritten , männlich Fortgeschritten). Es wurden 7 männliche Personen befragt, die den blauen Gurt tragen oder höher graduiert sind (Fortgeschrittene) und 12 die eine niedrigere Graduierung tragen, als den blauen Gurt (Anfänger). Bei den weiblichen Personen wurden 8 Anfänger und 4 Fortgeschrittene befragt.

Geschlecht: m ÿ w ÿ Alter:____ Graduierung/Gürtel: __________
JA NEIN
1. In der Straßenbahn wirst du von Gleichaltrigen ÿ ÿ
angerempelt. Du rempelst zurück.
2. Du willst über die Straße gehen und eine Gruppe ÿ ÿ
Jugendlicher steht dir im Weg. Du fühlst dich
provoziert.
3. Dein fester Freund/feste Freundin dated seinen/ihren ÿ ÿ
Schwarm. Du wirst sauer.
4. Ein Elternteil kritisiert dich. Du reagierst aufbrausend. ÿ ÿ
5. Ein Lehrer redet hinter deinem Rücken schlecht über ÿ ÿ
Dich. Du sprichst ihn daraufhin an.
6. Ein Kollege beleidigt deine Eltern aufs Schlimmste. ÿ ÿ
Du schlägst direkt zu.
7. Du lässt einen Mitschüler die Hausaufgaben abschreiben. ÿ ÿ
Er liest sie vor und bekommt eine gute Note. Obwohl du
auch eine gute Note gebrauchen könntest, bleibst du ruhig.
8. Jemand tanzt in der Disco an dir vorbei und verschüttet ÿ ÿ
dein Drink. Du bleibst ruhig und bestellst dir einen Neuen.
9. Jemand schlägt auf einem Turnier wiederholt nach. ÿ ÿ
Du bleibst cool.
10. Du wirst auf einem Turnier von einem Punktrichter ÿ ÿ
ungerecht (wiederholt) behandelt. Du kämpfst weiter.
11. Dein Gegner schlägt auf einem Turnier zu hart zu. ÿ ÿ
Du schlägst jetzt auch zu hart zurück.
12. Ein gleichaltriger bedroht deine Freundin/ deinen Freund. ÿ ÿ
Dir reicht es ihn einfach mündlich zu warnen.
3.1 Statistik zur Umfrage

3.2 Auswertung der Umfrage

Item 1: Hier hat nur jeweils ein männlicher und weiblicher Fortgeschrittener „JA“ angekreuzt und rempelt somit zurück. Die restlichen Fortgeschrittenen, also die Mehrheit hat hier die nicht-aggressive Antwort gewählt. Bei den männlichen Anfängern haben 7 von 12 „Ja“ gewählt, sie hätten also in der im Item 1 geschilderten Situation zurückgeschupst und so eventuell den Grundstein für eine Schlägerei gelegt. Die weiblichen Befragten waren etwas vernünftiger und haben nur mit 3 von 8 die aggressive Reaktion gewählt.

Item 2: Bei diesem Item gibt es keinen wesentlichen Unterschied zwischen den männlichen Anfängern und Fortgeschrittenen. In beiden Gruppen überwiegt die nicht aggressive Antwort, also die Mehrheit fühlt sich in der beschriebenen Situation nicht provoziert. Bei den weiblichen Befragten haben alle Fortgeschrittenen angekreuzt, dass sie sich nicht provoziert fühlen und bei den Anfängern haben dies nur 5 von 8 gewählt.

Item 3: In dieser Situation werden alle weiblichen und die Mehrheit (5 von 7) der Fortgeschrittenen sauer. Die weibliche Mehrheit der Anfänger hat hier auch „Ja“ gewählt. Hier heben sich die männlichen Anfänger ab, da hier 7 von 12 ruhig bleiben.

Item 4: Bei Kritik der Eltern reagiert die große Mehrheit aller Gruppen nicht aufbrausend, außer die weiblichen Anfänger. Die eine Hälfte reagiert aufbrausend und die andere nicht.

Item 5: Item 5 ist die Situation, in der nicht getestet wird, ob die Personen aggressiv handeln. Hier wird danach gefragt, ob die Personen den Mut aufbringen eine Autoritätsperson anzusprechen, wenn diese schlecht über die befragte Person geredet hat.

Alle männlichen Fortgeschrittenen würden hier auf den Lehrer zugehen und diesen ansprechen. Bei den weiblichen und männlichen Anfängern würde die Mehrheit auf den Lehrer zu gehen. Von den weiblichen Fortgeschrittenen gehen hier 2 auf den Lehrer zu und 2 tun dies nicht.

Item 6: Hier schlagen 3 von 7 männlichen Fortgeschrittenen sofort zu und keine der weiblichen. Von den männlichen Anfängern schlagen 10 von 12 zu und von den weiblichen 3 von 5. Hier wird ein Unterschied zwischen den Reaktionen der Fortgeschrittenen im Gegensatz zu den Anfängern besonders deutlich.

Item 7: In dieser Situation stört es die deutliche Mehrheit der Fortgeschrittenen nicht, wenn ein Mitschüler die abgeschriebene Hausaufgaben vorliest. Nur ein männlicher Fortgeschrittener bleibt hier nicht ruhig. Ruhig bleibt bei den männlichen Anfängern über die Hälfte (8 von 12) und bei den weiblichen Anfängern teilen sich die Meinungen zur Hälfte.

Item 8: Über die Hälfte der männlichen Fortgeschrittenen und der weiblichen Anfänger bleiben in dieser Situation cool und bestellen sich einfach eine neues Getränk. Die Mehrheit der weiblichen Fortgeschrittenen und der männlichen Anfänger bestellt sich hier kein neues Getränk.

Item 9: In dieser Turniersituation stimmen die Antworten aller Gruppen überein. Bei wiederholtem Nachschlagen des Gegners bleibt hier die große Mehrheit aller Befragten ruhig und kämpft somit nach den Regeln weiter.

Item 10: Auch bei ungerechten Behandlung durch den Punktrichter auf einem Turnier kämpft die deutliche Mehrheit aller Gruppen weiter.

Item 11: In dieser Situation wird ein großer Unterschied zwischen den Handlungen von Fortgeschrittenen und Anfängern deutlich. Bei zu hartem Schlagen des Gegners kämpft die Mehrheit der Fortgeschrittenen mit normaler, von den Regeln erlaubter Härte weiter. Die Mehrheit der Anfänger kontert hier mit zu harten Schlägen und verstößt somit auch gegen die Regeln.

Item 12: Hier reicht es dem größtem Teil der Befragten aus, die Person einfach mündlich zu warnen. Jedoch tun dies bei den männlichen Fortgeschrittenen nur 4 von 7. Bei den anderen Gruppen ist der Unterschied zwischen denen die mündlich warnen weitaus höher.

3.3 Fazit

Tendenzen sind schwer zu erkennen, da die Items 2, 7, 8, 9, 10 und 12 zu ähnlich beantwortet

wurden.

Bei der Frage 7 könnte es daran gelegen haben, dass die befragten Personen mit ihren Mitschülern befreundet sind. Einem Freund nimmt man es auch nicht Übel, wenn er den Ruhm für eine Kleinigkeit, wie das Vorlesen von Hausaufgaben, geerntet hat.

Beim Item 8 könnte es ein Problem gegeben haben, weil nicht jedem klar gewesen sein könnte, was passiert, wenn man sein Getränk nicht wieder bestellt. Man könnte das Getränk aus dem Grund nicht neu bestellen, weil man nicht noch einmal Geld ausgeben möchte.

Übereinstimmung beim Item 10 könnte auf Grund des Willens, nicht aufzugeben, aufgetreten sein.

Es reicht den meisten beim Item 12 die Person mündlich zu warnen, da ein sofortiger Angriff auf die Person viel zu brutal sein würde.

Ein Unterschied in den Handlungen zwischen Fortgeschrittenen und Anfängern wird bei den Items 1, 6 und 11 deutlich.

Beim Item 1 rempeln die Fortgeschrittenen nicht zurück, da sie wissen, dass dies zu einer Schlägerei führen kann. Aus dieser Situation geht hervor, dass Frauen/Mädchen allgemein weniger aggressiv sind als Männer/Jungen, da nur sehr wenige der weiblichen Anfänger und Fortgeschrittenen zurückrempeln.

Auch beim Item 6 sind es die männlichen Anfänger, die besonders aggressiv handeln. Auf die Beleidigung ihrer Eltern antworten sie sofort mit Brutalität. Die weiblichen Personen und die männlichen Fortgeschrittenen wissen sich in dieser Situation zurückzuhalten.

Ähnlich ist dies auch bei der Situation 11. Jedoch antworten hier die weiblichen Anfänger auch mit Brutalität. Es könnte daran liegen, dass die weiblichen Anfänger sich darüber im Klaren sind, dass sie auf einem Turnier nicht mit rechtlichen Folgen rechnen müssen und das Siegen des Kampfes im Vordergrund stehen.

Es besteht auf Grund der Items 1, 6 und 11 die Tendenz, dass Kampfsport zur Persönlichkeitsentwicklung beiträgt, in dem die Fortgeschrittenen Ruhe zeigen und sich nicht so schnell provozieren lassen. Es geht auch hervor das Frauen allgemein auf der Strasse nicht so aggressiv handeln wie Männer. Jedoch zeigen sie auf einem Turnier, wie in Item 11 beschrieben, dass sie auch aggressiv handeln würden, wenn es wie auf dem Turnier keine rechtlichen Folgen gäbe.

Dies sind aber wie gesagt nur Tendenzen. Man hätte noch viel mehr Personen befragen müssen, so dass die Tendenzen genauer sein würden und sich die Fortgeschrittenen auch in den Fällen abheben könnten, in denen die Unterschiede hier zu gering waren.

Mit dem Ergebnis dieser Umfrage bin ich unzufrieden, da ich mir erhofft hatte, dass die Tendenzen deutlicher sein würden und ich somit genauer beantworten könnte, ob Kampfkunst zur Persönlichkeitsentwicklung beiträgt.

4. Literaturverzeichnis

Samonte, Sifu Joseph : unveröffentlichte Interviewmitschrift 2006
Stein Gertrude : Gedicht „Sacret Emily“ von 1913 – veröffentl. 1922 im Buch Geography and Plans http://de.wikiquote.org/wiki/Gertrude_Stein (26.03.2006)
Original: „A rose, is a rose, is a rose,...“

2. Enes Gülderen

Vergleich der Lern- und Lehrmethoden der Philosophie in ostasiatischen und westeuropäischen Kulturkreisen mit Hinsicht auf die Konsequenzen für das jeweilige Denken und Handeln

Gülderen Enes Schuljahr 2006/2007 Facharbeit Philosophie 12.2 Grundkurs pl1 Herr Schüller
Mercator Gymnasium Musfeldstraße 152 47053 Duisburg

Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ganzheitliche Sichtweisen: Ostasien
2.1 Erkenntnisgewinnung durch Beobachten und Akzeptieren
- Mit Hinblick auf Konfuzius und LaoTse
2.2 Der Konfuzianismus und das eigenständige Denken und Lernen
3. Wissenschaftliche Sichtweisen: Westeuropa
- Mit Hinblick auf Sokrates und die Apologie
3.1 Erkenntnisgewinnung durch Verstand und Vernunft
- Mit Hinblick auf Immanuel Kant und „Von der Einrichtung seiner Vorlesungen“
4. Der Vergleich
5. Resumé
6. Literatur- und Quellenverzeichnis
7. Anhang
- Arbeitstagebuch
8. Selbstständigkeitserklärung

1. Einleitung

„Zu wissen, was man weiß, und zu wissen, was man tut, das ist Wissen.“

In dem folgenden Text werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Lehr- und Lernmethoden hinsichtlich im Unterricht der Philosophie in Ostasien und in Westeuropa erarbeitet und erläutert.
Ich habe anhand von mehreren Textquellen verschiedene Sicht- und Denkweisen bezüglich dem Unterricht in den jeweiligen Kulturen analysiert und in dieser Arbeit zusammenfassend verglichen und gegenübergestellt.
So habe ich mir das Thema der „Lehr- und Lernmethoden der Philosophie in zwei verschiedenen Kulturkreisen“ ausgewählt, da ich mich persönlich sehr für ostasiatische Denk- und Handlungsweisen interessiere und diese dem Westen gegenüberstelle und versuche zu erarbeiten, ob gewohnte Sichtweisen eintauschbar, kombinierbar oder ersetzbar sind.
Viele Menschen, sowohl im Osten als auch im Westen, kennen die anderen Kulturkreise nur durch Vorurteile und Medien, jedoch ist sich niemand wirklich bewusst, wie verschieden und trotzdem ähnlich viele andere Denkweisen mit den eigenen sein können.
Also stellen sich mir hier die Fragen:
Wie wird das westeuropäische Unterrichten von Philosophie ausgeübt?
Wie unterrichten die Ostasiaten ihre Philosophie?
Welche Faktoren spielen dabei eine wichtige Rolle?
Wo bestehen Gemeinsamkeiten und Unterschiede?
Welche Methoden sind klüger anzuwenden und kann man diese miteinander kombinieren?
Ich erhoffe mir mit dieser Arbeit die Gemeinsamkeiten und Unterschiede deutlich und verständlich zu machen, indem ich wichtige Texte von Philosophen, welche von dem Thema des Unterrichts in der jeweiligen Kultur berichten und ihre eigene philosophische Meinung dazu äußern, analysiere und hier anführe.

2. Ganzheitliche Sichtweisen: Ostasien

Respekt und Disziplin spielen in ostasiatischen Ländern eine große Rolle. So ist in dortigen Schulen und Universitäten der Respekt gegenüber den Lehrern sehr viel größer als in Europa. Dadurch genießt der Lehrer ein hohes Ansehen in der Gesellschaft. Dies hat seine Wurzeln auch in der Philosophie, denn der Sifu (chin. Lehrvater) wird auf Grund seines Wissens von den Schülern stark respektiert.
Viele Philosophielehrer, welche von der Volksrepublik China hoch angesehen werden und einen Meistertitel verliehen bekommen haben, bestehen noch heute auf die uralten Traditionen ihrer Urahnen, bspw. das Verneigen zueinander. Da der Respekt auf Gegenseitigkeit beruht, verneigt sich der weise Philosophielehrer genauso vor seinen Schülern, wie diese vor ihm, jedoch müssen die Schüler mehr Respekt erweisen und sich tiefer verneigen. In Ostasien ist Respekt und Disziplin das Fundament für jede Form der Bildung.
In Ostasien nutzen die Lehrkräfte eine erhebliche Strenge, um das religiöse Wissen der Philosophie zu vermitteln. Einem Lehrer wird zugehört und nicht widersprochen. Denn wie bereits erwähnt, ist der Lehrmeister in Ostasien „Gott“. Da dieser nicht unterbrochen wird, hat ein Lehrer somit alle Möglichkeiten seine philosophischen Vorstellungen und fachlichen Eindrücke umzusetzen und zu vermitteln. Fragen werden nur nach dem Unterricht oder bei Problemen in der Anwendung, bspw. bei den Versuchen Erkenntnisse nur durch Betrachten eines Individuums zu verstehen. Das Gelernte sollen die Schüler auf sich einwirken lassen und deswegen vorerst nicht nachfragen, da sie dem Lehrer vertrauen müssen.
Auch an der Art der Erkenntnisgewinnung in der Philosophie der Asiaten spiegelt sich Respekt und Disziplin wieder. In Ostasien ist das Leben eines der Individuen bspw. einer Rose der größte Vorteil, denn „eine Rose, ist eine Rose, ist eine Rose…“.
Um sie in ihrer Ganzheit zu verstehen, wird die Rose nur betrachtet, nicht berührt und zerstört. Somit wird sie also, wie der Lehrer, nicht unterbrochen, um sie zu verstehen. Hier wird wieder deutlich, dass Religion stark mit Wissenschaft und Philosophie verbunden ist, da der größte Vorteil das Überleben der Rose ist.

2.1 Erkenntnisgewinnung durch Beobachten und Akzeptieren

Mit Hinblick auf Konfuzius und LaoTse
Die wohl einflussreichsten und bedeutendsten Philosophen der ostasiatischen Geschichte sind die Chinesen LaoTse und Kong Qui Zhongni, besser bekannt als Konfuzius.
Konfuzius, welcher im 6. Jahrhundert v. Chr. als wandelnder Lehrer und Philosoph durch die Provinzen in China zog, um dem Pfad der Erleuchtung und Vollkommenheit näher zu kommen und diese Einstellung seinen Mitbürgern vermitteln wollte, war der Meinung, dass alle Menschen von Geburt an gleich sind, sich jedoch nur durch die Erfahrungen und Gewohnheiten, die sie mit der Zeit machen unterscheiden.
Er wollte auf die Welt wirken, den Menschen den Weg weisen und Ehre, Edelmut und Stolz beibringen. Die ihm wichtigen Ziele, die jeder befolgen sollte, bestanden darin, richtig und weise zu handeln, um ein edler und guter Mensch zu werden. Daher lehrte er den Menschen die fünf Tugenden:

Ren, die gegenseitige Liebe
Yi, die Rechtschaffenheit
Zhong, die Gewissenhaftigkeit
Shu, die Gegenseitigkeit
Zhi, die Ehrlichkeit

Jeder, der ein Edler werden wollte, hatte diese Tugenden anzustreben und zu respektieren.
Auch LaoTse schien, so wie Konfuzius, zu versuchen die Menschen auf den richtigen Weg der Erleuchtung zu führen, indem er ihnen beizubringen versuchte, wie man die Dinge versteht, ohne sie zu berühren und zu verändern, d.h. durch Akzeptanz der vorhandenen ganzheitlichen Wesen der Natur.
Es gibt nur eine sehr kleine Anzahl von Büchern, die über LaoTse berichten.
Jedoch weiß man eins ganz sicher: LaoTse ist für viele Chinesen der Verbindungsdraht der Philosophie und der atheistischen Religion, welche aussagt, dass man nur den guten Willen haben muss, um gut zu sein. Die Handlung ist somit vollkommen egal, d.h. dass man nicht in den Lauf der Dinge eingreifen sollte bzw. darf, weil der Mensch schon ehrenhaft und gut ist, wenn er nichts Böses vollbringt. Er muss nur den guten Willen besitzen, so muss er nicht versuchen Gutes zu fördern und Schlechtes zu verringern.

2.2 Der Konfuzianismus und das eigenständige Denken und Lernen

Um weitere Lehrmethoden der ostasiatischen Kultur hervorzuheben, beschränke ich mich in diesem Teil meiner Arbeit auf den Konfuzianismus und die durch ihn vermittelten Erkenntnisse, die im Osten erlernt werden.
Der Konfuzianismus ist die Lehre der Weisheiten des Konfuzius und spiegelt seine Sichtweisen in Tradition, Religion und Politik wieder.
Noch heute werden die Lehren des Konfuzius wie vor 1500 Jahren gelehrt und gepflegt, da Konfuzius von vielen Menschen als Gottheit angesehen wird.
Konfuzius versuchte mit seinen Weisheiten die Ansichten und Denkweisen der Menschen bezüglich der Politik und Gesellschaft zu ändern und aus dem sozialen Chaos zu retten, indem er die dort üblichen Tugenden erneuerte und versuchte das alte politische Staatssystem wieder herzustellen.

So versuchte er durch die 5 Tugenden die 3 sozialen Pflichten abzuleiten:
Tugenden Soziale Pflichten
Gegenseitige Liebe Loyalität
Rechtschaffenheit
Gewissenhaftigkeit Kindliche Pietät
Ehrlichkeit
Gegenseitigkeit Anstand und Sitte

So muss jemand der andere respektiert, ehrlich ist, nicht lügt und versucht ein edler Mensch zu sein auch sich selbst respektieren und Gegenseitigkeit zeigen, d.h. nicht Schaden zufügen und dies auch von anderen erwarten.
Diese Pflichten sind Symbole für die Traditionen des Landes.
Die Loyalität zeigt die Treue von Schülern zum Meister, von Sklaven zu den Hausherren, von Kriegern zu den Fürsten und vom Sohn zum Vater.
Die kindliche Pietät stellt keinesfalls die Naivität und Leichtgläubigkeit eines Kindes dar, sondern vielmehr den Respekt, den ein Kind den Eltern und Urahnen zu erweisen hat. Dieser Respekt darf nicht verloren gehen und soll von Erwachsenen genauso ausgeübt werden wie von Kindern.
Anstand und Sitte zeigen Höflichkeit und Manieren anderen Menschen gegenüber, als auch Höflichkeit im Sinne von Gebeten und Opferritualen den Göttern gegenüber.
Daraus schloss Konfuzius, dass der alte Staat nur existieren könne, wenn es den Familien gut geht und diese nur durch Wohlergehen ein Dorf sind. So muss es jedoch auch den Dörfern gut ergehen, damit die Provinzen und das darauf folgende Reich von den 3 sozialen Pflichten profitieren und in Harmonie miteinander auskommen können.
Also ist das Lernen und Lehren des Konfuzianismus nur in einem vollkommenen und zufriedenen Staatssystem möglich.
Viele Punkte dieser Pflichten, welche Konfuzius aus den 5 Tugenden schließt und diese voraussetzt, um ein edler Mensch zu werden, können heutzutage nicht mehr nachvollzogen und ausgeführt werden, da Traditionen und wichtige Aspekte der Religion ignoriert oder gar vergessen werden. So werden heutzutage nur noch konfuzianistische Werte und Weisheiten in wenigen Schulen und Klostern vermittelt und gelehrt.
Der Konfuzianismus verbindet Religion und Philosophie, um die Ordnung des Himmels und der Menschen zu verdeutlichen.
„Lernen ohne zu denken ist sinnlos; aber denken ohne zu lernen ist gefährlich.“
Der Mensch soll laut Konfuzius also nur durch das eigene Nachdenken lernen und begreifen.
Seiner Meinung nach ist jemand, der lernt und befolgt, was man ihm zeigt und beibringt ohne selbst über die Dinge an sich nachzudenken ein Unwissender. In seinen Augen ist das eigene Denken im Vordergrund, selbst wenn man dadurch nicht lernen sollte. Er erkennt zwar die Gefahr des Denkens ohne zu lernen, jedoch findet er dies klüger als ein Mensch, dem man alles lehrt, er aber selbst nicht darüber nachdenkt und es versteht. Daher scheint solch ein Mensch für Konfuzius wie eine Maschine, die programmiert wird und ihre Aufgabe erfüllt, aber nicht den Wert des Lebens sieht.
Nun scheint es so, dass Konfuzius das Denken dem Lernen vorzieht, was jedoch falsch ist, da Konfuzius auch sagt: „Etwas lernen und sich immer wieder darin üben; ist das nicht auch eine Freunde?“.
Man sieht, dass das Denken und das Lernen für Konfuzius auf einer Ebene stehen, weil er nicht nur verlangt, dass man selbst denkt, sondern auch das Gelernte jeden Tag übt und wiederholt.

3. Wissenschaftliche Sichtweisen: Westeuropa

Mit Hinblick auf Sokrates und die Apologie
Um den Unterschied der Lehrmethoden der Philosophie des Ostens mit dem des Westens zu vergleichen, werde ich auf Sokrates und seine Lehren zurückgreifen, welche für meine Untersuchungen die Rolle des westlichen Denkens und Handelns einnehmen sollen.
Das Nachdenken über die Sitten und das Leben, das Gute und das Böse machen die westeuropäische Philosophie zu dem, was sie heute immer noch ist.
Sokrates, welcher 469 v. Chr. geboren wurde, gab seine Lehren und Weisheiten nur mündlich an seine Schüler weiter, weshalb von ihm auch keine eigenen Schriften vorhanden sind. Jedoch wurden seine Lehren von Platon, der zu seinen historisch-wichtigsten Schülern zählt, schriftlich festgehalten und an die Nachwelt gereicht.
Wegen Jugendverführung und Gotteslästerung angeklagt, wird Sokrates 399 v. Chr. zum Tode verurteilt, was wiederum dazu führt, dass er die Apologie verfasst, um sich mit dieser zu verteidigen und vor dem Tod zu retten.
Die Apologie, welche die wesentlichen Punkte seiner Verteidigungsrede wiedergibt, zeigt jedoch auch die Haltung des Sokrates bezüglich seiner Theorien und Erkenntnisse.
Da die Apologie aus seiner Perspektive selbst gegenwärtig werden soll, führt Sokrates selbst das Wort. Er zeichnet sein Selbstbildnis und charakterisiert sich selbst, so dass jeder ein Bild von ihm im Kopf hat.
Weil Sokrates und seine Philosophie vielen Bürgern suspekt und verdächtig war, wurde oft behauptet, dass es mit seiner Art des philosophischen Denkens und Lebens nicht gut mit ihm ausgehen werde.
So ist Sokrates heute jedoch „das neue, noch nie sonst geschaute Ideal“ (Nietzsche, Die Geburt der Tragödie Kap.13).
Sokrates galt als irritierend und wunderlich und war stark dagegen ein Lehrer der Tugend genannt zu werden und sorgte für Aufsehen mit der radikalen Frage, ob Tugend überhaupt lehrbar sei.
Trotz allen Feinden und Gegnern die Sokrates im Laufe dieser Zeit hatte, ist er selbst für seinen Tod verantwortlich. Die Angst, dass seine Lehren und Weisheiten im Exil genauso wenig respektiert und gewürdigt werden wie in Athen, hielten Sokrates davon ab zu fliehen und zwangen ihn gewissermaßen sich seinem Schicksal zu stellen.
Somit ist der Grund für seinen theoretischen Selbstmord seine Frömmigkeit. Der starke Glauben ist also das entscheidende Motiv für seinen Tod. Seine Philosophie und die mit ihr vermittelten Werte folgen der Anordnung des Gottes Apollon und zeichnen die Standhaftigkeit und die politische Rolle Sokrates’ gegenüber den der Athener aus.
So ist diese Frömmigkeit zwar der Grund für seinen Tod, da die Anordnungen des Apollon verlangen, dass man weder den Tod noch anders fürchtend verharren soll, aber auch der Schlüssel, um Sokrates und seine Denk- und Handelsweisen bezüglich der Philosophie zu verstehen.
Sokrates verlangt, dass die Philosophielehrer in den Instituten und Akademien den Schülern das allgemeine sittliche Wissen beibringen. Im Vordergrund stehen die Fragen der Ethik, welche die Moralvorstellungen der Menschen im Hinblick auf gutes und schlechtes Handeln thematisiert. Dieser verlangt zudem auch, dass die Schüler allgemeine Vernunft erlernen und jeder für sich über seine eigene Selbsterkenntnis entscheidet und diese versuchen sollte zu erweitern.
„Wer Rechenschaft über sein Leben ablege, könne schließlich erkennen, wie man sich verhalten muss, um zum wahren Menschen zu werden.“
Die Probleme in dem sozialen Umfeld und der falschen Erkenntnis liegt seiner Meinung nach nicht bei absichtlicher Boshaftigkeit, sondern viel mehr bei der Unwissenheit, welche durch die falschen Unterrichtsmethoden hervorgerufen wird. Sokrates kritisiert wie Kant und viele andere Philosophen somit die Unterrichts- und Lehrpläne der Akademien für Philosophie.
Den Schülern muss das rechte Denken beigebracht werden, damit diese dadurch recht handeln und gute Menschen werden können.
So war in jedem Menschen die vollkommene Erkenntnis versteckt und müsse durch bestimmte Methoden der Reflexion der Seele hervorgerufen werden. Diese Kunst der Reflexion nennt man Mäeutik oder „Hebammenkunst“, da durch diese Lehrmethoden die Geburt der vollkommenen Erkenntnis erzeugt werden soll.
Diese Art der Erkenntnisgewinnung wurde damals jedoch von vielen Menschen nicht gewürdigt und verachtet, da es hieße, dass Sokrates durch diese Lehr- und Lernmethoden die Jugend verführen und die Götter beleidigen würde, da diese Philosophie damals unbekannt war und von vielen Feinden des Sokrates schlecht gemacht wurde.

3.1 Erkenntnisgewinnung durch Verstand und Vernunft

Mit Hinblick auf Immanuel Kant und „Von der Einrichtung seiner Vorlesungen in dem Winterhalbenjahre von 1765-1766“
Um weitere Lern- und Lehrmethoden der Philosophie des Westens zu analysieren, habe ich mich auf Kant und „Von der Einrichtung seiner Vorlesungen“ bezogen und diese erarbeitet.
So kritisiert auch Kant die Unterweisung der Jugend in den Universitäten, Instituten und Akademien, da diese ohne die Reife des Verstandes abzuwarten, Erkenntnisse erteilen und unterrichten, welche nur von geübter und versuchter Vernunft können verstanden werden. Dieses kommt aber nur so zustande, weil viele junge Denker, welche sich laut Kant nicht einmal Philosophen nennen dürften, unwissend und eingebildet sind.
Kants Meinung nach sollte man den Unterricht der Philosophie bezüglich der Erkenntnis der Natur des Menschen anpassen. Dieser besteht aus mehreren Stufen und beginnt mit dem Ausbilden des Verstands, welcher durch Erfahrung, die zu Urteilen und Begriffen erweitert werden, erlangt wird. Diese erlangten Begriffe werden mit ihren Gründen und Folgen durch Vernunft wissenschaftlich erkannt. Nach dieser Ordnung sollte das Lehren der Philosophie gestaltet werden. So muss ein westeuropäischer Philosophielehrer zuerst den verständigen, dann den vernünftigen und zuletzt den gelehrten Mann erschaffen.
Selbst wenn der Schüler niemals ein Gelehrter wird, also die letzte Stufe erreicht, so hat er den Vorteil, dass er wenigstens etwas für das Leben gelernt hat und anwenden kann. Diese Methode sollte jedoch nicht umgekehrt werden, da sonst der Schüler eine Art von Vernunft ohne ausgeprägten Verstand lernt und somit eine Wissenschaft erhält, welche nicht seine eigene ist. Er besitzt diese Weisheit, jedoch ist er ihr nicht gewachsen. Der Schüler wird somit verdorben von der Arroganz und Ignoranz die dieser Wahn von Weisheit hervorruft.
Kant kritisiert stark die Akademien, die diese Art von selbsternannten Gelehrten, welche jedoch nur Studenten sind und nicht das Wissen besitzen, welche sie zu gelehrten Menschen machen würde, in die Welt schicken.
Zusammenfassend ist somit zu sagen, dass der Lehrer dem Schüler das eigene Denken beibringen soll. Dem Schüler sollen nicht die Weisheiten der Philosophie beigebracht werden, sondern vielmehr das Philosophieren an sich. Wenn er in Zukunft selbst vorankommen will, so muss man ihm den Weg weisen und ihn nicht beauftragen Gedanken und Weisheiten auswendig zu lernen.
Alle Wissenschaften lassen sich somit auf zwei Arten zurückführen: die historische und die mathematische. Die historische bezieht sich auf die Dinge, die man auswendig lernen kann und die von eigener oder anderer Erfahrung gegeben ist.
Das mathematische bezieht sich jedoch auf das Hinterfragen der selbstverständlichen Dinge und gibt somit den Anreiz selbst nachzudenken und zu philosophieren.
Die Philosophie ist demnach nicht zu lernen, da es keine willkürliche gibt und jeder eine andere Ansicht bezüglich dieser hat.
Kant sieht es als Missbrauch des Zutrauens des Staats an, welcher verlangt, dass die Lehrer die Verstandesfähigkeit der Jugend erweitern und sie anregen sollen die eigene Einsicht zu entwickeln. Dieses wird aber nicht erfüllt, da diese mit einer schon fertigen und möglicherweise falschen Weltweisheit hintergangen werden.
Dem Schüler muss die Möglichkeit gegeben werden die eigentliche Methode des Unterrichts der Weltweisheit zu lernen, indem er forscht und selbst auf Erkenntnisse kommt.
Kant stuft die zu lernende Philosophie in vier Abschnitte ein: Metaphysik, Logik, Ethik und Physische Geographie.
Metaphysik ist das Hinterfragen des eigentlich Selbstverständlichen. Man muss somit analytisch vorgehen und das Einfache zum Allgemeinen machen. Eine zu unterordnende Kategorie der Metaphysik beschränkt sich auf die Ontologie, die Wissenschaft der allgemeinen Eigenschaften aller Dinge.
So hat man also die einfachsten Dinge bspw. der Natur, welche selbstverständlich erscheinen, zu analysieren und sich jedes einzelne Detail eines Individuums anzuschauen und es soweit wie möglich zu verstehen und dann mit jedem Teil dieses Individuums so vorgeht, sodass man zuletzt das gesamte Bildnis erhält und es in jeder Funktion und Grundlage verstehen kann. Dieses Prinzip der Metaphysik sollte somit auch auf das Unterrichten der Philosophie angewandt werden, wobei an letzter Stelle die Ursache aller Dinge steht, also die Wissenschaft von Gott und der Welt.
Ein weiterer Vorteil dieser Methode ist, auch wenn es nur zufällig ist, das Erscheinen der Interessierten. So sind anfangs die Hörsäle mit Studenten gefüllt, werden jedoch mit der Zeit immer leerer, da man zuletzt nur noch die wirklich Interessierten in diesen Räumen antreffen wird. Der Eifer dieser Schüler macht es dem Lehrer somit einfacher zu unterrichten.
Der zweite Punkt der zu lernenden Philosophie ist die Logik.
Diese wird wiederum in zwei weitere Klassen eingeteilt: Die Kritik und Vorschrift des gesunden Menschenverstandes und die Kritik und Vorschrift der eigentlichen Gelehrsamkeit.
Die Kritik und Vorschrift des gesunden Menschenverstandes wird heute noch in den Universitäten als Grundlage zur Philosophie verlangt. Wer diesen Teil des Studiums nicht absolviert, der darf nicht weiterhin Philosophie studieren. So nennt Kant dieses eine Quarantaine , in welcher der Student festsitzt und welche er beherrschen muss, um aus dem Bereich der Vorurteile und des Irrtums in den der Vernunft und Wissenschaft überzugehen.
Er lernt Vernunft und Verstand zu üben und zu schärfen.
Die zweite Unterkategorie der Logik, die Kritik und Vorschrift der eigentlichen Gelehrsamkeit, kann ohne die Wissenschaft nicht abgehalten werden, welche den Verstand schärfen und erweitern soll, indem der Lehrer selbst sicher sein kann, dass er das weiß, was er seinen Schüler und Studenten versucht zu vermitteln.
Werden diese beiden Kategorien vereint, so entsteht die Kritik und Vorschrift der gesamten Weltweisheit, welche nur am Ende der gesamten Philosophie steht, da nur die erworbenen Kenntnisse und der historische Part der menschlichen Meinung es möglich machen, Betrachtungen und Ansichten über den Ursprung der Einsichten und Irrtümer anzustellen, welche es möglich machen Vernunft als zentrales Gerüst dauerhaft aufzuführen.
Die Ethik wird als drittes angeführt und thematisiert die Moral der Menschen, die Unterscheidung des Guten und Bösen bezüglich der Handlungen und der Denkweisen.
Und als letzter zu lernender Abschnitt führt er die Physische Geographie an, welcher anzeigt, dass viele Schüler sehr früh lernen nur so zu tun, als seien sie vernünftig, jedoch fehle diesen die Erfahrungen und Kenntnisse, welche sie benötigen würden, um wirklich vernünftig zu sein. Die Schüler sollen somit auch historische und geographische Erkenntnisse bilden, welche die Kenntnisse erweitern und ausbreiten können.
Jedoch könnte dieses somit ein Widerspruch zu dem sein, was Kant zu Anfang dieser Vorlesung sagte. Der Schüler müsse nicht auswendig lernen, sondern vielmehr selbst denken. Jedoch wird hier verlangt, dass der Lernende auch Hintergrundwissen haben müsse. So besteht entweder die Möglichkeit, dass dieser bevor er anfängt zu philosophieren genug Erfahrungen gesammelt hat oder dass dieser während der Zeit des Philosophierens nebenbei noch dieses Hintergrundwissen erlernt und übt.
Jede einzelne dieser Stufen muss erlernt und behandelt werden, um die Philosophie zu verstehen und diese zu lernen und zu lehren.

4. Der Vergleich

Vergleicht man den Osten mit dem Westen, so sieht man große Unterschiede, jedoch aber auch Gemeinsamkeiten dieser beiden Welten bezüglich des Lernens und Lehrens der Philosophie auf Grund wichtiger Aspekte der religiösen und wissenschaftlichen Einsichten und Denkweisen.
So kann man hinsichtlich Kant sehen, dass dieser die Akademien stark kritisiert und bezwecken möchte, dass diese ihren Unterrichts- und Lehrplan dem entsprechend abändern. Kant greift diese Institute indirekt an, indem er behauptet, dass die Lehrer den Schülern und Studenten nicht die Möglichkeit geben, selbst zu denken. Er findet es unverantwortlich, dass junge unwissende Menschen von einem Staat, welcher eigentlich bezwecken möchte, dass die Jugend Weisheit erhält, so ausgebildet werden, dass sie sich selbst für vernünftig halten und mit dem Ruf eines Gelehrten eine Art Arroganz ausüben, welche eines Philosophen unwürdig ist. Der Osten hingegen steht für das genaue Gegenteil dieser Idee. Die Schüler werden so ausgebildet, dass sie das Denken größtenteils zu Beginn ihrer Schullaufbahn aufgeben und erstmals Philosophie auswendig lernen. So sieht man bei buddhistischen Mönchslehrlingen oft, dass diese sich für mehrere Stunden zurückziehen und meditieren. So grenzen sich diese Menschen von der Gesellschaft aus und akzeptieren die Dinge im Ganzen. Der Drang nach Wissen wird durch Beobachten und Akzeptieren gestillt.
Möchte ein Westeuropäer bspw. eine Rose analysieren, so teilt er diese in ihre kleinsten Einzelteile und Details auf und gewinnt Erkenntnis, indem er Funktionsweisen der Einzelheiten zu einem ganzen zusammensetzt. Aus dem Einfachen wird somit das Allgemeine. Jedoch stirbt die Rose, was ein bestimmtes Merkmal für die Denk- und Handelsweisen des Westens vertritt.
Der Ostasiate lehnt es grundsätzlich ab zu töten, also wird die Rose in ihrer Ganzheit betrachtet und versucht in ihrer Vollkommenheit zu verstehen. Sie wird gar nicht erst berührt. Das Allgemeine wird zum Einfachen. Die Erkenntnisgewinnung beschränkt sich also auf Verständnis durch Analyse im Westen und durch Betrachten im Osten. Die Nachteile dieser bestehen jedoch darin, dass der Ostasiate zu falschen Ergebnissen kommen könnte und kein anderer ihm dieses korrigieren würde, wenn er dieselben Einstellungen und Denkweisen vertreten würde wie der Ostasiate selbst. Der Westeuropäer hingegen erhält auf Grund wissenschaftlicher Technologien größtenteils wichtige und nachweisbare Theorien, indem er die zu analysierenden Individuen in die Einzelheiten aufteilt und somit Erkenntnis gewinnt, welche den Nachteil vorbringt, dass diese nicht mehr ihrer Funktion nachgehen können.
Im Westen wird verlangt, dass ein Schüler der Philosophie erst den Verstand ausbilden muss und diesen durch Erfahrungen und Begriffen durch Vernunft zu einer Wissenschaft entwickelt. So muss ein gelehrter Mann all diese Tugenden besitzen, um sich Philosoph nennen zu dürfen. Im Osten wird der Philosoph hoch angesehen und muss sich mit anderen Tugenden auseinandersetzen, welche nicht nur den Charakter des Philosophen selbst, sondern auch den seiner Umgebung stark beeinflusst. Dem entsprechend ist dem Schüler der Philosophie zuzumuten, dass dieser starkes Vertrauen in das legt, was der Lehrer ihm beizubringen versucht. So muss der Philosoph im Westen selbst denken, wissenschaftliche Erkenntnisse in der Philosophie durch eigenständige Bemühungen erfassen und im Leben umsetzen. Der Philosoph im Osten jedoch muss sehr viel mehr auswendig lernen und das erarbeiten, was ihm durch den Lehrer oder Meister vorgegeben wird und erlernt somit allgemeine Erkenntnis, welche er weder durch Vernunft oder Verstand, noch mit Erfahrungen erhalten, sondern viel mehr durch Denkweisen anderer zugeteilt bekommen hat.
Deswegen wird im Osten auch oftmals die Religion mit der Philosophie verbunden, da in vielen Bereichen dieser beiden Kategorien, obwohl Respekt und Disziplin verlangen, dass der Schüler dem Lehrer volles Vertrauen zuteil kommen lässt, das eigene Nachdenken über diese Dinge gefordert wird. D.h. der Schüler muss zwar auswendig lernen, jedoch auch über die ihm gegeben Dinge nachdenken und diese so verstehen.
Dies ist ein Beispiel für die Gemeinsamkeiten dieser beiden Kulturen. Beide verlangen, dass man selbst nachdenkt, indem man zu erst von den Lehrern lernt und später diese Erfahrungen durch selbstständiges Nachdenken zur Wissenschaft weiterentwickelt.
Der wohl größte Unterschied des Westens im Vergleich mit dem Osten besteht darin, dass ein westeuropäischer Schüler sofort nachfragen soll, wenn etwas nicht verstanden wird. Im Westen wird es grundsätzlich geschätzt, wenn der Unterricht durch Verständnisfragen unterbrochen wird. Da, wie bereits erwähnt wurde, der Lehrer in Ostasien „Gott“ ist, wird diesem nicht widersprochen. Der Schüler, der es wagen würde den Unterricht zu stören und somit die Autorität des Lehrers in Frage stellt, wird sofort hart bestraft. So besteht jedoch die Möglichkeit für einen ostasiatischen Philosophieschüler nach dem Unterricht den Lehrer höflich zu fragen, was jedoch auch für einen westeuropäischen Schüler möglich ist und bei Verständnisproblemen genutzt werden sollte.

5. Resumé

Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser beiden Kulturen zeigen hinsichtlich der Lehr- und Lernmethoden der Philosophie, dass beide Arten des Denkens und der Vermittlung dieser Methoden repräsentativ für Traditionen und Prinzipien des Ostens und Westens stehen können.
Im Vordergrund der Vermittlung der Philosophie stehen in beiden Kulturkreisen die Kritiken an den jeweiligen Akademien und Instituten, welche falsch unterrichten und den Schülern und Studenten nicht den richtigen Weg weisen.
Die wichtigsten Aspekte jedoch, welche sich auf das Denken und Lernen, sowie das Üben und Verstehen beschränken, stehen größtenteils in Verbindung mit den jeweiligen gesellschaftlichen Einstellungen der Kulturkreise in Ostasien und Westeuropa.
Ich persönlich habe durch diese Arbeit viel über das Vermitteln der Philosophie in Schulen zweier Welten gelernt und hoffe, dass durch diese Vergleiche die Denk- und Handlungsweisen mit Hinblick auf das Unterrichten bestimmter Bereiche in der Philosophie verdeutlicht werden.
Doch die wichtigen Fragen, die sich mir nun stellen:
Kann ostasiatisches Denken im Westen angewandt werden und ist es klug, westeuropäische Sichtweisen in den Osten zu übertragen?
Viele Westeuropäer würden sich mit der Idee der Erkenntnis durch reines Beobachten und Nachdenken nicht identifizieren und anfreunden können, da viele Menschen im Westen eine andere Erziehung genießen und das soziale Umfeld diese Art der Erkenntnisgewinnung in der Philosophie nicht befürwortet.
So ist vielen Menschen dieses Denken sogar sehr fremd, welches jedoch auch anders herum im Osten der Fall ist.
Erziehung, Politik und Religion würden für viele Menschen im Osten die Art der Erkenntnisgewinnung durch Analyse und „Tötung“ nicht akzeptabel machen.
Doch wäre es nicht klug, andere kulturelle Denkweisen zu übernehmen oder sogar mit der eigenen zu kombinieren? Ist dies überhaupt möglich?
Kann ein Asiate nicht Metaphysik anwenden und ist es für den Europäer unmöglich über die ganzheitlichen Wesen im Vollkommenen nachzudenken?
Braucht die uns übliche Welt eine Veränderung in den Sicht-, Denk- und Handlungsweisen oder ist es besser, wenn alles so bleibt, wie es über mehrere Jahrhunderte der Fall war?
- Eine Frage, die sich jeder selbst stellen und beantworten sollte!

6. Literatur- und Quellenverzeichnis

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Chen, Chao-Hsiu, Tao te King, Das geheimnisvolle Buch des LaoTse neu interpretiert, Ullstein Buchverlag GmbH 2005
Suzuki, Daisetz T., Die große Befreiung, Einführung in den Zen-Buddhismus, O.W.Barth, Frankfurt am Main 1976
Wilhelm, Richard, I Ging, Text und Materialien, Diederichs Gelbe Reihe, München 2003
Die Kunst zu siegen, ohne zu kämpfen, Geheimnisse und Geschichten über die Kampfkünste, Arkana Goldmann Verlag, Kreuzlingen/München 2003
LaoTse, Quellen der Weisheit, Tao te King, Das Buch des Alten vom Sinn und Leben, Atmosphären Verlag, München 2004
Fromm, Erich u. Suzuki, Daisetz T., Zen-Buddhismus und Psychoanalyse, Suhrkamp-Taschenbuch 37, München 1971
Yamamoto, Tsunetomo, Hagakure, Der Weg des Samurai, Piper Verlag GmbH, München 2003
Kretzschmar, Ute, Konfuzius, Die Seele in den Meisterjahren, Falk Christa Verlag 2004
Stein, Gertrude, Geography and Plays, Sacred Emily, 1913 Original: “a rose, is a rose, is a rose…”
Die chinesische Philosophie: http://www.china-referat.de/konfuzius.html
Konfuzius und Biographie: http://de.wikipedia.org/wiki/Konfuzius
Konfuzianistische Sichtweisen: http://www.inidia.de/konfuzianismus.htm
Sokrates: http://www.focus.de/wissen/bildung/philosophie/sokrates_aid_6035.html
Kant, Von der Einrichtung seiner Vorlesungen im Winterhalbenjahre 1765-1766